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WERLER GESPRÄCHE im MUSEUM FORUM DER VÖLKER
  Vortragsreihe in Zusammenarbeit
mit der Volkshochschule
Werl-Wickede-Ense
Kostenbeitrag zu allen Veranstaltungen:
jeweils € 5,00
Wir bieten Ihnen einen Vorverkauf für die „Werler Gespräche” an. Sie können Karten im Museum Forum der Völker, in der Geschäftsstelle der VHS und in der Buchhandlung an der Basilika bis 12.00 Uhr des Veranstaltungstages erwerben. Ab 19.00 Uhr hat die Abendkasse geöffnet. Vorbestellte Karten gehen um 19.10 Uhr in den Abendkassenverkauf zurück.
Falls wir absehen können, dass die Nachfrage nach vorbestellten Karten größer ist als unser Platzangebot im Forum der Völker, werden wir in die 300 Meter entfernt liegende Stadthalle ausweichen, die wir für alle Fälle angemietet haben.
Melsterstraße 15, 59457 WERL
Tel. 02922-2635, Fax 02922-85655
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Dr. Monika Hauser
Trägerin des Alternativen Nobelpreises 2008
„Ich möchte, dass die Welt für Frauen anders wird”
Sie kämpft gegen sexuelle Gewalt in Krisenregionen - und für mehr Gleichberechtigung: Die Kölner Gynäkologin Monika Hauser erhielt 2008 den Alternativen Nobelpreis. Die Gründerin der Frauenrechts- und Hilfsorganisation “medica mondiale” sieht die Ehrung als Auftrag, weiter zu machen - trotz aller Widerstände. „Ich möchte als Gynäkologin Frauen unterstützen, die Formen sexualisierter Gewalt erlebt haben und mich mit ihnen solidarisch zeigen”, sagt Monika Hauser. Vergewaltigungen in Zeiten des Krieges seien noch immer ein Tabu. Es gelte, so Hauser, die Erlebnisse, die Frauen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs gemacht hätten, mit den Erfahrungen, die sie heute in Krisenregionen machen, zu verknüpfen. Ihr Engagement beginnt 1992, als sie einen Bericht des Stern liest. Titel: Vergewaltigung als Waffe. Er handelt von den Massenvergewaltigungen im Bosnienkrieg. Hauser ist entsetzt: über die Brutalität gegenüber den Frauen, die Sprache und die Bebilderung des Artikels, die die Frauen ihrer Meinung nach ein weiteres Mal demütigen. Die Arbeit für die Vergewaltigungsopfer wird ihre neue Mission. Sie sammelt Gelder und reist schließlich auf den Balkan. Ihre Wahl fällt auf die Stadt Zenica in Zentralbosnien, in der sich zu diesem Zeitpunkt 120.000 Flüchtlinge – 70% Frauen – aufhalten. Die junge Ärztin will einen geschützten Raum für Frauen schaffen, die Opfer von Übergriffen geworden sind und gründet das Zentrum Medica Zenica als erstes Projekt von „medica mondiale“. Und dass es noch eine Menge Hilfs- und Aufklärungsarbeit gibt, möchte uns an diesem Abend die Referentin mit auf den Weg geben, indem sie über ihre Arbeit und die der von ihr gegründeten Hilfsorganisation „medica mondiale“ berichtet.
Diese Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit G.I.P (Gewaltintervention und Prävention) Werl e.V. durchgeführt.
Dr. Monika Hauser
Donnerstag, 21.01.2010, 19.30 Uhr
Museum Forum der Völker, Melsterstr. 15, € 5,00
Kartenvorverkauf in der VHS im Museum Forum der Völker und in der Buchhandlung an der Basilika
Dr. Rupert Neudeck
Afrika - Entwicklungspolitik in der Sackgasse
Wer Afrika helfen möchte, sollte als erstes die Entwicklungshilfe stoppen.
Diese These stellt Volker Seitz mit seinem eben erschienen Buch „Wird Afrika arm regiert“. Die These klingt befremdlich - zumal in einer Zeit, in der Engagement für den krisengeplagten Kontinent weltweit zum guten Ton gehört. 25 Milliarden Dollar Entwicklungshilfe sind 2008 aus den G8 Statten nach Afrika geflossen. Afrikanische Experten sind geteilter Meinung. Braucht Afrika die Hilfe, oder soll sie abgeschafft werden.
In die 53 Staaten Afrikas, mit fast einer Milliarde Menschen, sind in 60 Jahren ungeheure Mittel geflossen. Aber eine Entwicklung hat nicht stattgefunden. Die Hilfe hat die Fähigkeit der Afrikaner außer Kraft gesetzt, zu verstehen, wie die Welt funktioniert und hat sie der Fähigkeit beraubt, kreativ auf die Herausforderungen zu antworten, die sich dem Kontinent stellen.
Die sambische Ökonomin Dambisa Moyo vertritt die Meinung: „Die westliche Entwicklungshilfe für Afrika trägt entscheidend zur gegenwärtigen Misere auf dem Kontinent bei.“ Sie ist davon überzeugt, dass die Hilfe nicht nur spektakulär fehlgeschlagen ist, sondern entscheidend zur Misere in Afrika beiträgt. Hilfsgelder verdrängen ihrer Ansicht nach oftmals die viel wichtigeren Privatinvestitionen, führen zu Marktverzerrungen, fördern Korruption und unterhöhlen damit den Aufbau rechtstaatlicher Institutionen. Dafür verlangt sie weit radikalere Maßnahmen als das bloße Zurückschneiden der gegenwärtigen Hilfsbudgets.Wie steht es mit der kirchlichen Hilfe der großen Missionswerke? Eine Frage, die uns alle angeht.
Dr. Rupert Neudeck, von 1976 bis 1998 politischer Redakteur beim Deutschlandfunk, gründete 1979 das Komitee Cap Anamur / Deutsche Notärzte e.V. 2003 gründete er die Nichtregierungsorganisation „Grünhelme", die sich um den Dialog zwischen den Religionen bemüht.
Dr. Rupert Neudeck
Donnerstag, 25.02.2010, 19.30 Uhr
Museum Forum der Völker, Melsterstr. 15, € 5,00
Kartenvorverkauf in der VHS im Museum Forum der Völker und in der Buchhandlung an der Basilika
Pater Reinhard Kellerhoff ofm
Leben am Rande der Welt
Bei den Hirtenvölkern in Nord Kenia
Zuhauf streicheln Prominente in Afrika die Köpfe von schwarzen Kindern und denken dabei vor allem ans eigene Marketing. Prominente und zumal Schauspieler scheinen die Rettung Afrikas zur Ehrensache erklärt zu haben. Doch was dabei herauskommt, ist nicht weniger als ihre Profilierung auf Kosten derer, die sich nicht wehren können. Es gibt kaum ein Flüchtlingslager, wo sie Kinder herzen, das Böse der Welt anprangern während der mitreisende Leibfotograf mit seiner Kamera festhält, was die Magazine gar nicht schnell genug drucken können.
Afrika ertrinkt in Entwicklungshilfegeldern. Deshalb fordert James Shikwati, kenianischer Wirtschaftswissenschaftler, einen Stopp der Entwicklungsgelder, weil sie die Korruption befördern und die Entwicklung aus eigener Kraft verhindern. Es wird ein System am Leben erhalten, das verantwortlich ist für den Zustand Afrikas. Unser Verhältnis zu Entwicklungsländern wird vielfach als Einbahnweg der Hilfe für Notleidende verstanden. Möglichkeiten der Wechselbeziehung oder Partnerschaft zu Ländern anderer Erdteile treten vielen Europäern gar nicht ins Bewusstsein. Unserer einseitig rationalen Kultur erscheinen die ursprünglichen Gebräuche eines afrikanischen Nomadenvolkes fremd oder gar „primitiv“. Wer sich einlässt auf die Gebräuche der Hirtenvölker Nordkenias erlebt ein lebendiges altes Testament. Darüber hinaus lässt sich das Verhältnis des Menschen zu Gott und zur Natur überdenken. Bei mehreren längeren Aufenthalten in North Horr, Kenia, konnte ich miterleben, wie zwei deutsche Missionare mit äußerster Behutsamkeit Verbindungen knüpfen und Kontakte pflegen zu den umherziehenden Hirtenvölkern. Sie lernten ihre Sprache und ihre Lebensgewohnheiten aber auch ihre Gottesvorstellungen und ihre animistische Religion kennen. Sie sind überzeugt, dass die Botschaft Christi auf dem aufgebaut werden kann, was dieses Volk in seiner eigenen Religion an Werten und Wahrheiten bereits besitzt.
P. Reinhard Kellerhoff ofm
Donnerstag, 18.03.2010, 19.30 Uhr
Museum Forum der Völker, Melsterstr. 15, € 5,00
Kartenvorverkauf in der VHS im Museum Forum der Völker und in der Buchhandlung an der Basilika
Pater Eberhard von Gemmingen SJ
„Brauchen wir eine neue Wertekultur?"
Was können und sollen die Kirchen dazu beitragen?
„Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt." Dieser Satz von Fjodor Dostojewski bringt in präziser Weise auf den Punkt, warum die Frage nach den Werten heute virulent geworden ist. Nachdenkliche Menschen in Mitteleuropa fragen seit ein paar Jahren nach einer neuen oder gar alten Wertekultur. Viele haben den Eindruck, dem alten Europa sei etwas Grundlegendes verloren gegangen. Daher gebe es zu viel Lüge, Betrug, Gewalt, Untreue, zu viel Korruption, Leiden, auch zu viel Dummheit und leere Schlagworte, zu wenig Anstrengung im Guten- zu wenig Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden. Können die Kirchen dazu beitragen, eine neue Wertekultur ins Leben zu rufen? Oder hat auch der Vatikan an Glaubwürdigkeit verloren? Im vergangenen Jahr 2009 stand der Vatikan im Mittelpunkt vieler Diskussionen und wurde heftig kritisiert. Es ging um die aufgehobene Exkommunikation des Holocaust-Leugners Williamsen. Deutlich und klar kritisierte auch Pater von Gemmingen SJ diesen Schritt. Mit seiner Kritik, macht er sichtbar, dass die römische Kurie nicht der einheitliche Block ist, als der sie oft wahrgenommen wird. Auch in der Zentrale der größten Glaubensgemeinschaft der Welt sind viele unglücklich, dass der Papst den Piusbrüdern so weit entgegengekommen ist – und wie in diesem Konfliktfall entschieden worden ist.
Der Jesuitenpater Eberhard von Gemmingen, der während seines Studiums in Tübingen Prof. Joseph Ratzinger, den jetzigen Papst Benedikt XVI, persönlich kennen gelernt hat, arbeitete viele Jahre bei der ökumenischen Gruppe „action 365". 1982 wurde er Leiter der deutschsprachigen Redaktion bei Radio Vatikan. Seit 2009 ist er pensioniert und kümmert sich in München um die Spendenzentrale seines Ordens. In der Arbeit beim päpstlichen Sender ging es ihm vor allem um eine korrekte Berichterstattung über Papst und Vatikan, aber auch um Information über wichtige Kirchenereignisse in der Christenheit rund um den Globus.
Pater Eberhard von Gemmingen SJ
Donnerstag, 22.04.2010, 19.30 Uhr
Museum Forum der Völker, Melsterstr. 15, € 5,00
Kartenvorverkauf in der VHS im Museum Forum der Völker und in der Buchhandlung an der Basilika
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